Wieso warten? Der erste Urlaub als kleine Familie kann gar nicht früh genug stattfinden. Wir sind mit unserem kleinen Mann bereits mit 6 Wochen in den ersten Urlaub gefahren und es war für uns genau richtig.
Machen wir uns nichts vor, die ersten Wochen als neue Eltern waren zwar wunderschön, aber auch ziemlich anstrengend und nervenzehrend. Da kam die Idee von einem Urlaub mit etwas Entspannung und Erholung wie gerufen. Aber damit man im Urlaub mit Baby überhaupt an Entspannung und Erholung denken kann, hier der Profi-Tipp Nummer Eins: Oma und Opa mitnehmen.
Wo wir waren, wie die Autofahrt funktioniert hat, was wir alles mitgenommen haben und was wir unternommen haben, erfahrt ihr in diesem Beitrag.
Die Wahl des Urlaubsortes
Für unseren ersten Urlaub mit kleinem Baby wollten wir nicht direkt fliegen oder eine sehr lange Autofahrt haben. Daher haben wir nach einem Urlaubsort gesucht, der für uns nicht ganz so weit entfernt und mit dem Auto gut zu erreichen ist.
Außerdem war es uns wichtig, im Urlaub weiterhin flexibel zu sein und nicht an feste Zeiten gebunden zu sein – denn mit Baby pünktlich zu sein, müssen wir noch üben. Auch wollten wir Oma und Opa in direkter Reichweite zu uns haben, damit sie uns optimal unterstützen und so auch mal entlasten können.
All diese Kriterien erfüllte für uns der Center Park in der Bispinger Heide (Werbung durch Nennung, selbstbezahlt). Bereits in der Vergangenheit haben wir und ich bereits als Kind mit meinen Eltern mal Urlaub in verschiedenen Center Parks in Deutschland oder den Niederlanden gemacht. Somit war uns das Konzept bereits vertraut und für uns die richtige Wahl. Und mit nur knapp über drei Stunden Entfernung eine gut erreichbare Option.
Gesagt, getan: meine Eltern hatten eh geplant, nochmal in den Center Park zu fahren, also haben wir es direkt kombiniert und uns ein Ferienhaus für vier Personen plus Baby für 6 Tage (5 Übernachtungen) gemietet.
Für alle Neulinge: ein Center Park ist ein großer Park mit Ferienhäusern in verschiedenen Größen die von Wald umgeben und meist um einen See gelegen sind – manche Parks haben sogar Hausboote oder Baumhäuser. In der Mitte vom Park ist ein großes Zentrum mit Restaurants, einem Schwimmbad (das Paradies für Familien mit Kindern), Supermarkt, Bowlingbahn, Kleidungsgeschäft, Waschsalon und und und. Theoretisch muss man den Park also gar nicht verlassen, kann man aber natürlich jederzeit tun. Autos sind im Park nur für das Ein- und Ausladen erlaubt und müssen den Rest des Urlaubs auf einem großen Parkplatz am Eingang abgestellt werden.
Die Autofahrt in die Bispinger Heide
Vor der Autofahrt hatte ich wirklich Respekt. Bisher waren die einzigen Fahrten, die der Kleine mitgemacht hat, die Heimfahrt vom Krankenhaus (30 Minuten im Alter von drei Tagen) und eine Fahrt zu Oma und Opa (2 Minuten). Sonst waren wir immer nur zu Fuß unterwegs.
Jetzt stand also die erste lange Autofahrt mit drei bis dreieinhalb Stunden Dauer an, je nach Verkehrslage. Dazu musste man natürlich auch noch die Pausen zählen, die wir gegebenenfalls wegen unserem Sohn (oder meiner Blase) machen mussten.
Wie haben wir uns vorbereitet?
Gegen Mittag macht unser Baby meist ein etwas längeres Schläfchen, welches wir nutzen wollten. Daher haben wir am Morgen alles Nötige zusammengepackt und fertig ins Auto verladen. Am Ende der Wachphase gab es eine ausgiebige Stillmahlzeit sowie nach ein paar Pupsen nochmal eine frische Windel. Dann haben wir ihn ratzfatz in den Autositz gepackt und sind losgefahren.
Wir hatten Glück!
Er liebt Autofahren und findet es offenbar recht einschläfernd. Somit hat er die komplette Fahrt inklusive unserer kurzen Toilettenpause durchgeschlafen und nach dreieinhalb Stunden waren wir am Ziel.
Pünktlich zur Einfahrt durch die Schranke in den Park wurde er allerdings wach und hat lautstark nach einer frischen Windel sowie Milch gefordert. So wussten unsere Ferienhaus-Nachbarn schonmal direkt, was Sache ist.
Aber was ist mit dem langen Sitzen im Autositz?
Darüber haben wir uns vor dem Urlaub auch viele Gedanken gemacht. Eigentlich heißt es ja, dass die Babys nicht zu lange am Stück im Autositz sitzen sollen. Dies kann auf Dauer schädlich für die Wirbelsäule sein und die Atmung kann durch die Position beeinträchtigt werden. Daher wird empfohlen, regelmäßig Pausen einzulegen, in denen sich das Kind strecken kann.
Allerdings machen wir das ja nicht jeden Tag. Daher hat unsere Hebamme auch gesagt, wir können ruhig das Baby glücklich (frische Windel und frisch gefüttert) reinsetzen und sollen solange fahren, bis es sich meldet, dass es ihm unbequem ist. Bei längeren Fahrten würden wir aber auf jeden Fall auch Pausen einplanen, um den kleinen Schatz nicht übermäßig zu belasten.
Unser Urlaub im Center Park
Im Park angekommen haben wir unser Ferienhaus bezogen und uns eingerichtet. Am ersten Tag haben wir nur noch einen Spaziergang gemacht und eingekauft, um Zuhause zu kochen. Die neue Umgebung war für den kleinen Mann schon anstrengend genug, da wollten wir nicht noch einen Restaurantbesuch drauf packen. Das haben wir uns aber für den nächsten Tag vorgenommen.
Die erste Nacht im Urlaub
Uff, die erste Nacht. Alles war neu, das musste der kleine Schatz erstmal verarbeiten. Am ersten Abend war er daher sehr unruhig und hat zum Ende hin nochmal alles gegeben und sehr viel geschrien und geweint. Wir konnten kaum etwas tun, um ihn zu beruhigen – alle bewährten Praktiken wie Stillen, Schaukeln und Co. haben nicht viel geholfen. Wir mussten es also einfach mit viel kuscheln aussitzen. Als er dann endlich eingeschlafen war, hat er allerdings fünf Stunden am Stück geschlafen und danach nochmal drei.
Wo soll das Baby schlafen?
Der Schlaf unseres Babys im Urlaub hat uns vorab auch beschäftigt. Denn wo soll ein 6 Wochen altes Baby im Urlaub am besten schlafen? Zuhause schläft unser Sohn zunächst auf uns ein und dann in seinem Beistellbett weiter. Das klappt aktuell super und außerdem hatten wir keinen Rausfallschutz für das gemeinsame Schlafen im Bett.
Das Babybett, das man mieten konnte, war natürlich nur ein normales, bodentiefes Gitterbett für größere Babys. Ein Beistellbett gab es nicht – und wir nehmen ja nicht unseres mit. Aber ein extra Reisebett wollten wir auch (noch) nicht kaufen, denn für so kleine Babys sind die noch recht ungeeignet (zumindest, was wir gesehen haben), da hätten wir auch das vorhandene Gitterbett nehmen können.
Unsere Hebamme hatte hier den ultimativen Tipp für uns: Nehmt doch einfach den Kinderwagen, solange das Baby noch in die Babywanne passt. Eine super Idee! Wir haben also jeden Abend den Kinderwagen in unser Zimmer neben das Bett gefahren und konnten die Babywanne ideal als Beistellbett nutzen. Der Kleine hat das auch super angenommen und darin sehr gut geschlafen.
Der erste Restaurant Besuch mit Baby
Am zweiten Tag stand der erste Restaurantbesuch mit Baby an. Wir hatten einen Tisch im Brauhaus reserviert. Hier haben wir die selbe Taktik angewandt, wie bei der Autofahrt. Stillen, Wickeln und Los. Leider hat es diesmal nicht ganz so gut funktioniert und natürlich war der Kleine genau dann wach und wollte beschäftigt werden, als das Essen auf den Tisch gestellt wurde. Das waren wir ja aber schon von zuhause gewöhnt und haben uns abgewechselt.
Tipp: Fragt bei der Reservierung nach einem Platz, wo der Kinderwagen direkt am Tisch stehen kann. Denn die Restaurants haben zwar alle Hochstühle, diese sind aber erst für Kinder, die bereits alleine sitzen können. Ich habe bisher noch kein Restaurant mit einem Hochstuhl mit Liegeaufsatz gesehen.
Nach dem Essen sind wir noch eine Weile sitzen geblieben. Natürlich wollte der Kleine dann gestillt werden. Da hatte ich echt Bammel vor. Ich fühlte mich unwohl, in der Öffentlichkeit meine Brust auszupacken und hatte auch Sorge vor dem Stillen ohne Annehmlichkeiten wie dem bequemen Sofa mit einem großen Stillkissen. Klar, es ist absolut natürlich. Aber es war schließlich das erste Mal in der Öffentlichkeit und man weiß ja nie, ob nicht doch von Jemandem ein blöder Kommentar kommt. Hier hat es mir sehr geholfen, dass wir in einer Nische saßen. So war ich vor den Blicken anderer gut geschützt, hatte außerdem ein Musselintuch zum Abdecken dabei und konnte mich entspannen.
Der erste Schwimmbadbesuch mit Baby
Der Urlaub war für uns voller erster Male. Neben dem ersten Besuch im Restaurant ging es für unser Baby auch zum ersten Mal ins Schwimmbad! Aber nein, unser 6 Wochen altes Baby war natürlich noch nicht im Wasser. Das wird erst ab einem Alter von ca. 4 Monaten empfohlen, wenn das Baby selbstständig und sicher den Kopf halten kann, besser seine Temperatur regulieren kann und die Haut nicht mehr ganz so sensibel ist und das Chlorwasser besser verträgt.
Aber für uns war der Schwimmbadbesuch sehr schön. Der Kleine war bei Oma und Opa, sodass wir auch mal eine Auszeit im Wasser genießen und die Rutschen testen konnten. Das hat uns wirklich gut getan. Die Lautstärke, die feuchte Luft oder das warme Klima haben den Kleinen gar nicht gestört. Er hat sich fröhlich umgesehen oder einfach geschlafen – verarbeitet hat er das natürlich am Abend, wo er dann auch nochmal etwas unruhiger als normalerweise war.
Live Event, Adventure Golf und Waldspaziergang
Der restliche Urlaub war auch sehr schön. Wir haben die Tage auf uns zukommen lassen, waren viel Spazieren durch den Park und haben Adventure Golf gespielt. Das war eine Außenanlage ähnlich Minigolf aber mit spannenden Bahnen zu verschiedenen Themen. Hier hatten wir den kleinen Mann im Kinderwagen dabei und es war recht abenteuerlich, ihn von Bahn zu Bahn zu schieben – nehmt hier vielleicht lieber eine Trage mit. Auch hat der Center Park 30 Jahre Jubiläum gefeiert mit Live Musik, einem regionalen Markt und verschiedenen Attraktionen. Das haben wir uns natürlich auch nicht entgehen lassen.
Unser Fazit vom Urlaub: Klare Empfehlung
Wenn ihr noch überlegt, tut es. Der Urlaub war für uns eine tolle Auszeit vom Alltagstrott und ein schöner Abschluss der Wochenbettzeit.
Und: Solange sie noch so klein sind, muss man ihnen nicht hinter rennen. 😉
Wann war euer erster Urlaub mit Baby? Habt ihr noch einen ultimativen Tipp? Schreibt es gerne in die Kommentare.
Deine Mel


Schreibe einen Kommentar