Er ist das Grauen aller werdenden Eltern: der Elterngeld Antrag. Kurz vor der Geburt und im Wochenbett hat man doch wirklich andere Sorgen, als den Elterngeld-Antrag auszufüllen. Damit ihr wisst, was auf euch zukommt und wie er auszufüllen ist, kommt hier eine Schritt für Schritt Anleitung zum Online Elterngeld Antrag.
Falls ihr noch einen Überblick benötigt, welche Aufgaben und Anträge vor und nach der Geburt noch anfallen, schaut doch mal in meinem Beitrag hierzu vorbei: Durchblick im Antrags-Dschungel: Checkliste vor und nach Geburt
Wie kann ich den Elterngeld Antrag stellen?
Du kannst ihn entweder altmodisch in Papierform ausfüllen, unterschreiben und an die Elterngeldstelle schicken oder aber in den meisten Bundesländern auch vollständig online ausfüllen, abschicken und unterschreiben. Mehr dazu findet ihr hier unter ElterngeldDigital | Familienportal des Bundes.
Für diesen Beitrag habe ich die Online Variante für Elterngeld in Hessen genutzt: Elterngeld Onlineantrag. Bei den verwendeten Bildern handelt es sich um Screenshots dieser Antragsseite.
Elterngeld Antrag Schritt für Schritt erklärt
Springe jetzt schnell zu dem für dich relevanten Abschnitt oder scrolle dich Schritt für Schritt durch den Antrag:
Ist eine Registrierung notwendig?
Nein, grundsätzlich ist keine Registrierung notwendig, um den Elterngeld Antrag online zu erstellen und abzuschicken. Allerdings empfehle ich die Registrierung auf jeden Fall, da sie drei entscheidende Vorteile bietet:
- das Vorabausfüllen und Speichern des Antrages
- das Hochladen von Anhängen (so muss nicht alles per Post geschickt werden) sowie
- die Möglichkeit, online zu unterschreiben (nach dem Ausfüllen händisch zu unterschreiben ist allerdings auch möglich).
So könnt ihr den Antrag bereits vor der Geburt vorbereiten und nach der Geburt nur noch das Geburtsdatum aktualisieren und die letzten Anhänge hochladen, bevor ihr den Antrag abschickt.
Benötigte Unterlagen zum Ausfüllen
Um den Antrag auszufüllen, solltest du folgende Unterlagen bzw. Informationen parat haben:
- Mutterpass (für den voraussichtlichen Entbindungstermin) oder falls bereits geboren: Geburtsurkunde des Kindes
- Steuerliche Identifikationsnummer
- Krankenversicherungskarte (Mitgliedsnummer)
- Letzter Einkommenssteuerbescheid
- Bankverbindung (IBAN)
Allgemeine Angaben zum Elterngeld Antrag
Wohnsitz & Arbeitsplatz:
Durch Angabe deiner Postleitzahl wird das Bundesland überprüft und somit die entsprechende Elterngeldstelle ermittelt. Auch muss angegeben werden, falls das Kind einen abweichenden Wohnsitz hat oder du oder dein Partner den Arbeitsplatz außerhalb von Deutschland habt.
Angaben zum Kind:
Hier musst du den Vor- und Nachname des Kindes laut Geburtsurkunde eingeben – wenn du den Antrag vor der Geburt vorbereitest, kannst du diese Angabe online noch jederzeit ändern. Auch müssen Angaben gemacht werden, ob das Kind adoptiert ist (Ja/nein) oder es sich um eine Mehrlingsgeburt handelt (nein oder Angabe der Mehrlinge) sowie Geburtsdatum und -ort.

Festlegung der Antragsart:
Gilt der Antrag nur für dich oder für beide Eltern? „Elterngeld wird von beiden Elternteilen beantragt“ wird ausgewählt, wenn dieser Antrag für euch beide gemeinsam ist. Beantragst du das Elterngeld nur für dich und der andere Elternteil hat bisher noch keinen Antrag gestellt, wählst du „Elterngeld wir nur von einem Elternteil beantragt“. Hat der andere Elternteil bereits einen Antrag gestellt, wählst du den „Partnerantrag“ aus und wenn du alleinerziehend bist, wählst du die letzte Option „Elterngeld wird als Alleinerziehende(r) beantragt“.
Wenn ihr für beide Eltern gleichzeitig Elterngeld beantragt, werden die folgenden Angaben zunächst für den einen (genannt Elternteil 1) und anschließend für den anderen Elternteil (genannt Elternteil 2) benötigt:
Angaben zum Antragsteller
Persönliche Angaben:
Dieser Abschnitt ist recht einfach auszufüllen, hier müssen lediglich die Daten zu deiner Person angegeben werden: vollständiger Name inklusive Geburtsname, Geburtsdatum, Geschlecht (Optionen: weiblich, männlich, divers, ohne Angabe), Adresse, Beruf und deine Steuer-ID. Für Rückfragen kannst du hier deine Telefonnummer eintragen und deine E-Mail-Adresse wird für eine Empfangsbestätigung benötigt. Diese Daten werden ebenfalls für Elternteil 2 benötigt.
Achtung! Bei der Steuer-ID steht zwar optional, sie ist jedoch für die Antragsbearbeitung notwendig – also unbedingt ausfüllen, um Verzögerungen in der Bearbeitung zu vermeiden!
Mutterschutz & Mutterschaftsleistungen:
Für die Mutter müssen Angaben zum Mutterschutz und dem entsprechenden Mutterschaftsgeld gemacht werden. Wird der Mutterschutz in Anspruch genommen, muss das Startdatum angegeben werden (6 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin). Anschließend wird nach Leistungen wie Mutterschaftsgeld oder Krankentagegeld sowie deren Dauer gefragt.
In den meisten fällen wählt ihr die erste Option, wenn ihr das Mutterschaftsgeld von der Krankenkasse bekommt (maximal 13€ am Tag) sowie den Arbeitgeberzuschuss (dieser Stock die 13€ pro Tag auf euer „normales“ durchschnittliches Nettogehalt auf). Erhaltet ihr den Arbeitgeberzuschuss nicht (weil ihr zum Beispiel unter 13€ pro Tag verdient), wählt ihr Option 2. Option 3 müsst ihr auswählen, wenn ihr nur den Zuschuss erhaltet und kein Mutterschaftsgeld von der Krankenkasse. Die darauffolgenden Optionen sind eher selten und müsst ihr nur auswählen, wenn die entsprechenden Punkte loslassen – ihr wüsstet es auf jeden Fall, wenn diese für euch in Frage kommen.


Festlegung der Leistungsarten
Jetzt müsst ihr auswählen, welche Art Elterngeld ihr beziehen möchtet. Hier wird unterschieden in drei Arten, die ihr auch kombinieren könnt:
Basis Elterngeld
Hierbei handelt es sich um die Grundform des Elterngeldes. Bis zu 12 Monate lang erhältst du hier Basiselterngeld von mindestens 300 Euro und maximal 1.800 Euro (Höchstsatz). Die Voraussetzungen für das Basis Elterngeld sind die Betreuung des Kindes, welches im gemeinsamen Haushalt lebt und du darfst im Bezugszeitraum entweder gar nicht oder nicht mehr als 32 Stunden pro Woche arbeiten (Achtung, hier können je nach Zuverdiensthöhe Kürzungen des Elterngeldes auf dich zukommen). Basiselterngeld kann bis zum 14. Lebensmonat des Kindes genommen werden.
Achtung: Nimmt die Mutter nach der Geburt das Mutterschaftsgeld in Anspruch, werden diese als Basis Elterngeld angerechnet und verbrauchen bereits zwei Monate.
Außerdem gilt es die Einkommensgrenze des zu versteuernden Jahreseinkommens zu beachten: im Kalenderjahr vor der Geburt darf dieses bei Elternpaaren und Alleinerziehenden die Grenze von 175.000 Euro nicht überschreiten.
Elterngeld Plus
Elterngeld Plus ist quasi die gestreckte, dafür halbierte Version vom Basiselterngeld. Anstelle von 12 Monaten kannst du hier bis zu 24 Monate Elterngeld erhalten, dabei entspricht es maximal 900 Euro und somit der Hälfte des Höchstsatzes des Basis Elterngeldes. Die beiden Formen Basiselterngeld und Elterngeld Plus kannst du flexibel miteinander kombinieren.
Hierbei ist das Elterngeld Plus die bessere Wahl, wenn du in Teilzeit arbeiten möchtest (maximal 32 Stunden pro Woche erlaubt). Auch hier entscheidet die Höhe des Hinzuverdienstes, ob es zu einer Kürzung kommt. Gemessen wird dies an deinem Einkommen vor und nach der Geburt. Ist der Verdienst nach der Geburt die Hälfte oder weniger vom Verdienst vor der Geburt, wird voraussichtlich nicht gekürzt.
Partnerschaftsbonus
Durch den sogenannten Partnerschaftsbonus können beide Elternteile bis zu vier zusätzliche Monate Elterngeld Plus erhalten. Aber hier gibt es einiges zu beachten:
- beide Elternteile müssen gleichzeitig in diesen Monaten in Teilzeit arbeiten
- die wöchentliche Arbeitszeit muss je Elternteil zwischen 24 und 32 Stunden pro Woche liegen
- die Bezugsmonate müssen aufeinanderfolgend sein
- es müssen mindestens 2 Monate, maximal 4 Monate als Partnerschaftsbonus gentuzt werden
- Achtung: der Hinzuverdienst wird nach wie vor angerechnet und kann ggf. zu Kürzungen des Elterngeldes führen
Kurz gesagt:
1.) Basis Elterngeld = bis 12 Monate, voller Betrag
2.) Elterngeld Plus = bis 24 Monate, halbierter Betrag
3.) Partnerschaftsbonus = zusätzliche Monate Elterngeld bei Teilzeitarbeit
Für den Antrag müsst ihr zunächst entscheiden, ob ihr ausschließlich das Basis Elterngeld beziehen möchtet oder ob ihr dieses mit Elterngeld Plus und gegebenenfalls den Partnerschaftsbonusmonaten kombinieren möchtet.
Detailliertere Informationen zu den Elterngeldarten findet ihr auf dem Portal Elterngeld.de.
Aufteilung der Elterngeldmonate – in Teil 2
Der nächste Schritt ist die Aufteilung der Elterngeldmonate. Um hier nicht jeglichen Rahmen zu sprengen, muss ich diesen Beitrag in zwei Teile aufteilen. Der nächste sowie alle weiteren Schritte des Elterngeldantrages inklusive aller Informationen zu den einzureichenden Unterlagen findet ihr in Teil 2.
Weiter zu Teil 2
Hier geht es weiter mit Teil 2: How to: Elterngeld Antrag Schritt für Schritt erklärt (Teil 2/2)
Hast du Fragen zu den bisherigen Punkten? Schreib diese gerne in die Kommentare oder schick mir eine Nachricht auf Instagram am @howtomom.de
Eure Mel


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