Autsch! Wenn ein Milchgang zu sitzt und sich die Milch dahinter staut, ist das ganz und gar nicht angenehm. Umso länger es dauert, umso schmerzhafter wird die Angelegenheit und ist gar nicht so einfach, wieder los zu bekommen. Erfahre hier alles über meine Erfahrungen und meine Tipps, wie du den Milchstau schnell wieder los werden kannst.
Inhalt des Artikels:
Was ist ein Milchstau und wie erkenne ich ihn?
Wenn sich Muttermilch in deiner Brust staut, weil die Milchgänge nicht richtig oder nicht vollständig entleert werden, spricht man von einem Milchstau. Das passiert häufig in den ersten Wochen nach der Geburt, wenn sich dein Körper und dein Baby noch aufeinander einstellen. Aber auch später in der Stillzeit kann ein Milchstau vorkommen zum Beispiel durch verstärkte Nachfrage durch Krankheit oder in Kombination mit Abpumpen.
Die Brust fühlt sich dabei hart, warm und druckempfindlich an – manchmal kannst du sogar schmerzhafte Verhärtungen und Knoten ertasten und sogar sehen. Weitere Symptome sind auch Rötungen, Wärmegefühl, allgemeines Unwohlsein, grippeähnliche Symptome oder auch leichtes Fieber (bis 38,5°C) – es müssen aber nicht alle Symptome gleichzeitig auftreten. Meist ist nur eine Brust betroffen, es können aber in seltenen Fällen beide Seiten gleichzeitig betroffen sein.
Wichtig: Ein unbehandelter Milchstau kann sich zu einer Brustentzündung (Mastitis) entwickeln. Deshalb solltest du frühzeitig handeln und bei Unsicherheiten oder stärkeren Schmerzen immer deine Hebamme oder deine/n Arzt/Ärztin konsultieren.

Ich hatte meinen ersten Milchstau drei Monate nach der Geburt. Hier habe ich einen schmerzenden Knoten in der Größe von einem Ei in meiner linken Brust gespürt. Er ist entstanden, weil nach den Impfungen der U4 unser Baby Fieber entwickelt hat und dann vermehrt an der Brust getrunken hat (auch nachts). So hat er die Milchproduktion angeregt und nachdem sich meine Brust auf die verstärkte Nachfrage eingestellt und mehr Milch produziert hat, hat er erstmal in der Nacht 10 Stunden durchgeschlafen – und ich auch, auf der linken Seite liegend. Das war zwar ziemlich gut, aber nicht für meine Brust. So konnte die produzierte Milch nicht abfließen und hat die Milchgänge zugesetzt.
Was sind die Ursachen für Milchstau?
Zusammengefasst können die Ursachen für einen Milchstau sehr unterschiedlich und individuell sein. Zum Beispiel könnte es sein, dass …
- … dein Baby nicht optimal angelegt ist oder zu selten trinkt, sodass die Brust nicht richtig entleert wird.
- … du einen zu engen Still-BH trägst, wo der Druck durch Kleidung die Milch am Abfließen hindern könnte.
- … Stress, Erschöpfung oder eine ungünstige Schlafposition den Milchstau begünstigen.
- … sich die Brust noch einstellen muss und daher Milch über-produziert.
- … sich die Nachfrage deines Babys zum Beispiel durch Krankheit erhöht und dann plötzlich wieder verringert.
Erste Hilfe – so wirst du den Milchstau schnell los
- Wärme vor dem Stillen: Eine warme Dusche oder feuchte Umschläge öffnen die Milchgänge und erleichtern das Abfließen der Milch und können Staus auflösen.
- Massage: Sanftes Ausstreichen der Brust in Richtung Brustwarze unterstützt den Milchfluss und kann hier zielgerichtet an der betroffenen Stelle angewandt werden. Geheimtipp: die Vibration einer elektrischen Zahnbürste nutzen, um die Massage zu unterstützen.
- Häufiges Stillen: Auch wenn es schmerzt, solltest du nicht aufhören, an der betroffenen Brust zu stillen. Dein Baby kann am besten den Milchspendereflex auslösen und deine Brust so optimal entleeren. Stille dein Baby nach Bedarf weiter, aber achte auch darauf, keine Überproduktion zu fördern.
- Stillposition variieren: Drehe dein Baby so, dass sein Kinn Richtung der verhärteten Stelle zeigt – das erleichtert durch die Bewegung des Kinns beim Trinken die Entleerung. Das ist manchmal gar nicht so einfach, aber kann sich lohnen.
- Kühlen nach dem Stillen: Kühlkompressen oder Quarkwickel lindern Schwellungen und Schmerzen.
- Ruhe & Entspannung: Gönn dir Pausen, leg dich hin und lass dir helfen – Stress verstärkt die Beschwerden.
Für das Wärmen und Kühlen der Brust hatte ich spezielle Wärm- und Kühlkompressen, die ich einfach in den BH geklemmt habe und die mir super geholfen haben (Werbung, Affiliate Link*).
Geheimtipps, falls der Milchstau weiter besteht
In den meisten Fällen löst sich der Milchstau nach ein bis zwei Tagen wieder. Besteht der Milchstau allerdings weiterhin, solltest du am Besten deine Hebamme um Rat fragen.
Was mir, nach Empfehlung meiner Hebamme, besonders gut geholfen hat, sind die folgenden Dinge:
- Massage unter der warmen Dusche: Das Stillen konnte meinen Milchstau nicht auflösen. Aber die längste und wärmste Dusche der Welt hat bei mir Wunder gewirkt. Unter der Dusche habe ich die betroffene Stelle massiert und versucht, die Milch raus zu streichen. Es hat geschmerzt, aber nach und nach hat sich der Stau gelöst, bis sich das „Ei“ schließlich komplett entleert hat.
- Traumeel Salbe (Werbung, Affiliate Link*): das ist eine homöopathische Salbe mit 14 natürlichen Wirkstoffen wie u.a. Arnika, Calendula und Echinacea. Auf Empfehlung meiner Hebamme habe ich die Salbe auf die betroffene Brust geschmiert und Einwirken lassen, um Entzündungen vorzubeugen und die Heilung zu begünstigen.
- Einnahme von Milchsäurebakterien: hier habe ich auf Empfehlung und aufgrund sehr guter Bewertungen im Zusammenhang mit Milchstau ein Nahrungsergänzungsmittel speziell für Stillende mit Milchsäurebakterien eingenommen. Ich habe das Präparat von pädia mama eingenommen (Werbung, Affiliate Link*). Dieses hat mir bei meinem zweiten Milchstau extrem geholfen, wo alle anderen Maßnahmen (auch die warme Dusche) versagt hatten, und den Milchstau über Nacht aufgelöst.
Bitte bedenke: ich bin keine Hebamme oder Ärztin, ich kann nur von meinen Erfahrungen berichten und dem, was mir geholfen hat. Bei Unsicherheiten, Fragen oder Schmerzen bitte immer deine Hebamme oder deine/n Arzt/Ärztin konsultieren.
Wann sollte ich zum Arzt?
Wenn deine Symptome nach 48 Stunden nicht besser werden, du Fieber über 38,5 °C oder Schüttelfrost bekommst oder sich dein Zustand verschlechtert, solltest du unbedingt deine Frauenärztin, Hebamme oder Stillberaterin kontaktieren. Es kann sein, dass sich der Milchstau dann zu einer Brustdrüsenentzündung (Mastitis) entwickelt hat und diese sollte unbedingt behandelt werden.
Fazit
Ein Milchstau ist unangenehm, aber mit schnellem Handeln, häufigem Stillen und den richtigen Tricks bekommst du ihn meist innerhalb weniger Tage in den Griff. Wichtig ist, dass du auf deinen Körper hörst und dir die nötige Ruhe gönnst – und im Zweifel immer deine Hebamme fragst.
Ich hoffe, der Beitrag konnte dir helfen – und falls du gerade an einem Milchstau leidest: gute Besserung!
Deine Mel
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