Die ersten Wochen und Monate mit einem neugeborenen Baby sind etwas ganz Besonderes und intensiver, anstrengender und schöner, als ich es mir vorgestellt hatte. In diesem Artikel teile ich ehrlich, wie wir diese Zeit erlebt haben, welche Gefühle uns begleitet haben und welche Meilensteine du in den ersten drei Monaten erwarten kannst.

Einen detaillierten Bericht über die allererste Woche mit Baby findet ihr hier: Die erste Woche mit Baby – meine Erfahrungen und Überlebenstipps

Inhalt des Artikels:

Was dich in den ersten Monaten erwartet

Emotionale Achterbahn

Als frische Eltern und Erstlingsmama /-papa fühlt ihr euch oft überwältigt von verschiedenen Gefühlen: unermüdliche Freude, große Erschöpfung, starke Unsicherheiten und tiefe Liebe wechseln sich ab.

Insbesondere diese ersten drei Monate sind sehr intensiv. Ihr seid jetzt für ein kleines Lebewesen verantwortlich, dass ihr gerade erst kennenlernt und ihr müsst euch voller Unsicherheiten in die Elternrolle einfinden. Gebt euch selbst ebenfalls Zeit, steckt euch nicht zu hohe Erwartungen, denn ihr seid auch erst mit der Geburt eures Babys Eltern geworden und lernt jeden Tag dazu.

Euer kleines Baby ist neu auf der Welt und muss sich an die neue Umgebung gewöhnen. Vorher war es monatelang geborgen im Mutterleib, dunkel, warm und sicher. Die neue Welt ist kälter, heller und alles ist unbekannt. Hier sind Mama und Papa der sichere Hafen. Kümmert euch um den kleinen Schatz, seid für ihn da mit Liebe und Nähe und nutzt die Zeit für viel Kuscheln und Bonding, um ihm bei der Anpassung an die neue Welt zu helfen.

Herausforderungen der Hexenstunde

Besonders abends in der sogenannten „Hexenstunde“, wo euer Baby den erlebten Tag verarbeitet, kann es vorkommen, dass es viel weint und schreit. Das ist völlig normal! Das kleine Gehirn muss unfassbar viel auf einmal verarbeiten und da kann es schonmal überfordert sein. Aber auch andere Gründe wie Bauchweh, eine volle Windel, ein querliegender Rülpser oder Übermüdung können Gründe für das abendliche Schreien sein. Mit der Zeit werdet ihr die Persönlichkeit eures Babys kennenlernen und verstehen, was es euch sagen möchte.

Behaltet immer im Hinterkopf: euer Baby kann nicht reden, schreien ist die einzige Möglichkeit, auf sich aufmerksam zu machen und euch mitzuteilen, dass irgendetwas nicht stimmt. Dennoch kann es emotional sehr belastend sein, wenn euer Baby schreit und ihr es einfach nicht beruhigen könnt. Ist es einmal in Rage, ist das Beste, was ihr machen könnt, ruhig zu bleiben und für euer Baby da zu sein. Kuschelt es und redet beruhigend auf es ein.

Das ist leichter gesagt, als getan. Gerade nachts, wenn der Schlafmangel kickt, ist es gar nicht so einfach, selbst ruhig zu bleiben. Das ein oder andere Mal habe ich nachts dagesessen und habe mit unserem Baby mitgeweint, weil ich einfach absolut überfordert, übermüdet und überreizt war (danke auch an das Hormonchaos, was die Tränen eh sehr locker gelassen hat).

Babyschlaf

Jeder, der sagt „Ich habe geschlafen wie ein Baby“ und damit guten Schlaf meint, hat wohl kein Baby. Oft genug haben wir gehört „Wenn ihr erstmal ein Baby habt, ist es mit Schlaf vorbei“ – und oft genug war das auch der Fall. Aber:

Jedes Baby ist einzigartig und so ist auch jeder Babyschlaf individuell. Nur weil das Baby deiner einen Freundin anscheinend die ganze Nacht durchschläft, muss das dein Baby nicht. Gleichzeitig kann es sein, dass das Baby deiner anderen Freundin vielleicht jede Stunde wach ist – auch das sagt nichts über den Schlaf eures Babys aus.

In den ersten drei Monaten hat der Babyschlaf noch kein Muster. Euer Baby muss den Unterschied zwischen Tag und Nacht erst lernen und schläft (meist) noch nicht sehr lange am Stück, da es noch häufig trinken muss und auch die Schlafzyklen noch nicht selbst miteinander verbinden kann. So ist es vollkommen normal, dass ihr mehrmals in der Nacht wach seid – das ist ganz schön herausfordernd und kräftezehrend. Versucht euch als Team abzuwechseln, dass ihr beide etwas Schlaf bekommt.

Was ich unterschätzt habe

1. Fremdbestimmung

Ich wusste, dass die erste Zeit mit Baby sehr anstrengend wird. Allerdings habe ich stark unterschätzt, wie sehr mein Tag nun fremdbestimmt ist. Da ich voll stille, kann ich nicht länger als eine Stunde, maximal zwei Stunden, von Zuhause weg sein. Ich kann nicht selbst entscheiden, wann und wie lange ich dusche (hier muss man einen guten Slot finden) oder mal schnell etwas einkaufen. Ich habe oft vergessen, zu trinken oder zu essen, obwohl ich das vorher niemals für möglich gehalten hätte (ich liebe essen).

Insbesondere der Tagschlaf hat mir ordentlich einen Strich durch die Rechnung gemacht. Ich dachte, wenn das Baby schläft, kann ich ja ganz viel schaffen oder auch mal ein Schläfchen machen, aber tagsüber schläft unser Baby nur auf mir und ab und zu auch auf dem Papa. Sobald wir versuchen, ihn abzulegen, sind die Augen offen und das Schläfchen ist vorbei. Also bin ich pro Tag einige Stunden auf dem Sofa gefangen – auf Instagram heißt das „nap-trapped“.

2. Schmerzen und Einschränkungen nach Kaiserschnitt

Jeder Körper ist individuell und so verträgt jede frische Mama den Kaiserschnitt anders. Mich persönlich hat er komplett umgehauen. Das Aufstehen war die Hölle und am Anfang konnte ich nicht einmal unser Baby aus dem Bettchen heben oder hineinlegen. Ich hatte zwei Wochen starke Schmerzen und häufig Kreislaufprobleme, bis es endlich besser geworden ist.

Mehr zum Thema Kaiserschnitt findest du in meinem Artikel Kaiserschnitt erklärt – was dich wirklich erwartet.

3. Vergleiche

Ich weiß, dass man sich nicht vergleichen sollte, da jede Schwangerschaft, jede Geburt und jedes Baby anders ist und sich anders entwickelt. Ich habe unterschätzt, wie schnell es dennoch passiert und wie sehr kleinste Dinge mich triggern.

Irgendwie haben uns alle anderen erzählt „unser Baby schreit nicht“, aber unser eigenes Baby hat nun mal geschrien abends und zwar laut und lange. Da war natürlich direkt der Gedanke da „was machen wir denn falsch?“, obwohl man genau weiß, dass es wirklich individuell ist.

Später haben wir übrigens erfahren: die Babys haben doch geschrien, die Eltern haben es nur nicht gesagt. Also vielleicht auch einfach nicht alles glauben.

Wichtige Baby Meilensteine in Monat 1-3

Monat 1: Ankommen und Kennenlernen

  • Alles ist Neu: Das Neugeborene muss sich erst an die neue Welt außerhalb des Mutterleibes gewöhnen, das kann beängstigend und viel sein. Hier hilft viel Kuscheln, viel Geborgenheit und Sicherheit geben. Auch ein rotes Licht (Werbung*) kann helfen, dass sich das Baby sicher fühlt.
  • Schlaf: Neugeborene schlafen sehr viel, oft 16–18 Stunden pro Tag und sehr unregelmäßig. Die Wachphasen sind sehr kurz und eigentlich mit Windelwechsel, Stillen und kurz Kuscheln bereits gefüllt.
  • Reflexe: Saugreflex, Greifreflex und Moro‑Reflex sind stark ausgeprägt. Insbesondere der Moro-Reflex kann auch dich oft erschrecken.
  • Sinne: Babys sehen am Anfang nur etwa 20–30 cm weit (also zum Beispiel dein Gesicht beim Stillen) und erkennen bereits vertraute Stimmen, insbesondere, wenn ihr in der Schwangerschaft bereits mit dem Bauch gesprochen habt.

Monat 2: Erstes Lächeln und längere Wachphasen

  • Das sogenannte Soziale Lächeln tritt meist zwischen der 6. und 8. Woche auf und ist einfach zuckersüß
  • Die Kopfkontrolle verbessert sich; Babys heben den Kopf in Bauchlage bereits für kurze Zeit – also immer schön Tummy Time am Tag einbauen und so die Nackenmuskulatur des Babys trainieren.
  • Laute: Gurren und erste Gluckslaute werden häufiger und klingen absolut süß
  • Sprich viel mit deinem Baby, lächle und reagiere auf Laute — das fördert Bindung und Sprache. Hier wird empfohlen, das Geräusch deines Babys 1:1 nachzumachen und dann 10 Sekunden zu warten, damit es Zeit hat, zu verstehen und zu antworten.

Monat 3: Aktivität und gezieltes Greifen

  • Motorik: Der Kopf wird stabiler gehalten und das gezielte Greifen beginnt – dies könnt ihr fördern durch einen Spielbogen oder ein Kontrastbuch (Werbung*), wo euer Kleines motiviert wird die Spielzeuge zu greifen
  • Sozial: Das Lachen wird lauter und gezielter, Blickkontakt länger, erste Imitationen möglich.
  • Bauchlage: Kurze, regelmäßige Bauchlage stärkt Nacken‑ und Rückenmuskulatur.
  • Lege dein Baby mehrmals täglich für wenige Minuten auf den Bauch und lege ein buntes Spielzeug in Reichweite.

Die ersten drei Monate sind ein Lern‑ und Liebesmarathon. Vergleiche dich nicht zu sehr mit anderen, denn jedes Baby hat sein Tempo. Für mich war es wichtig, kleine Erfolge zu feiern: das erste Lächeln, die erste längere Wachphase, das erste gezielte Greifen. Diese Momente geben Kraft.

Du schaffst das, ein Tag nach dem anderen.

Alles Liebe, deine Mel

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