Endlich ist es so weit! Euer kleines Wunder ist endlich auf der Welt und liegt in euren Armen. Eine Vielzahl an Gefühlen prasselt auf euch ein: unendliches Glück, eine große Portion Stolz, aber auch viele Ängste und Zweifel. In diesem Beitrag berichte ich von unserer ersten Woche mit Baby und wie wir diese als frische Eltern ohne jegliche Vorerfahrung überstanden haben.
Hallo Baby – Die ersten Stunden nach der Geburt
Nachdem die Geburt überstanden war, durften wir endlich unseren kleinen Sohn kennenlernen. Diesen Moment werde ich wohl nie vergessen, als die Hebamme mir den kleinen Schatz an mein Gesicht gehalten hat. Durch den Kaiserschnitt konnte ich ihn im OP-Saal nicht selbst halten. Aber da war er und wurde ganz nah an mich gehalten, sodass ich ihn sehen und riechen konnte. So klein, so erschöpft von der kräftezehrenden Geburt, so neugierig auf die Welt hier draußen.
Während ich noch im Aufwachraum unten bleiben musste, konnte mein Mann zurück in den Kreißsaal und bereits mit unserem kleinen Schatz bonden. Von dem langen Geburtsprozess war ich so erschöpft, dass ich geschlafen habe und mir diese eine Stunde vorkam wie 10 Minuten. Als ich dann endlich nach oben geschoben wurde, konnte auch ich unseren kleinen Jungen in den Arm nehmen und auf der Welt begrüßen.
Ganz hungrig von der anstrengenden Geburt hat der kleine Schatz bereits bei meinem Mann an der Brust versucht, Nahrung zu finden – ohne Erfolg. Im Kreißsaal angekommen konnten wir ihn zum ersten Mal an die Brust anlegen und stillen. Ganz gierig hat der Kleine gezogen und es hat zum Glück wunderbar funktioniert. Danach ist er erschöpft an meiner Brust eingeschlafen und wir haben im Kreißsaal noch zwei Stunden gekuschelt, bevor wir aufs Zimmer verlegt wurden.
Die Zeit im Krankenhaus
Auf dem Zimmer angekommen, haben wir erstmal voller Stolz das neue Familienmitglied unseren Eltern präsentiert. Es war unser Wunsch, dass sie bereits am ersten Tag kommen – das sollte aber natürlich jeder selbst und in seinem eigenen Tempo entscheiden und vorher der Familie kommunizieren.
Wir hatten zuvor auch gesagt „Wer weiß, wie es uns geht und ob wir überhaupt jemanden sehen wollen. Bitte kommt nur, wenn wir euch dazu einladen.“. Nach der kräftezehrenden Zeit war es allerdings sehr heilend, unsere Familie zu sehen und deren Glückwünsche zu empfangen. Allerdings war unser Gedanke auch: Wenn sie im Krankenhaus vorbei kommen ist es einfacher, ein natürliches Ende zu finden (durch Besuchszeiten, Untersuchungen, Essenszeiten, etc.). Bei einem Besuch zuhause wären wir dann gegebenenfalls nicht in der Lage gewesen, zu sagen, dass wir unsere Ruhe benötigen.
Vor der ersten Nacht kamen dann neben dem unendlichen Glück und der Freude über unseren Familienzuwachs die ersten Ängste, Zweifel und Sorgen dazu. Halte ich dieses kleine Wesen richtig? Wie funktioniert das mit dem Stillen? Bekommt er genug zu trinken? Wie kann ich den kleinen Schatz beruhigen? Wir haben absolut keine Erfahrung mit Kindern – können wir das schaffen?
Zum Glück waren die Schwestern auf Station so lieb und so hilfsbereit. Wir haben uns dort sehr gut aufgehoben gefühlt. Sie haben sich zum Beispiel genügend Zeit genommen, mir Stillpositionen zu zeigen und uns beim Anlegen zu helfen. Sie haben meinem Mann ausführlich gezeigt, wie der Windelwechsel funktioniert und worauf wir achten müssen – die ersten zwei Wochen hat mein Mann das Windeln wechseln komplett übernommen.
Durch den Kaiserschnitt war ich leider sehr eingeschränkt. Ich konnte nicht aufstehen, hatte starke Schmerzen und konnte nicht selbst unser kleines Baby aus seinem Bettchen heben. Das hat mich sehr belastet und die ein oder andere Träne ist deswegen geflossen. Daher war ich auch so froh, dass mein Mann an meiner Seite war und auch über Nacht im Krankenhaus bleiben konnte.
Die erste Nacht war tatsächlich recht entspannt, da wir alle drei einfach noch fertig waren von der Geburt. Alle 3-4 Stunden kam die Nachtschwester vorbei und hat uns an das Stillen erinnert, falls der Kleine nicht eh von alleine wach geworden ist, und hat uns unterstützt.
Die zweite Nacht jedoch hatte es in sich. Inzwischen waren auf Station zwei weitere Neugeborene Jungen und drei Mädchen. Nachts um zwei Uhr fing der Junge im Zimmer neben uns an zu schreien, unser Kleiner hat eingestimmt, ebenso wie der dritte Junge. Gefolgt von den Mädchen haben zwischen zwei und drei Uhr alle Babys gleichzeitig geschrien.
Die Nachtschwester lief von Tür zu Tür und versuchte alle gleichzeitig zu unterstützen und wir haben verzweifelt versucht, unser weinendes Baby zu beruhigen. Gestillt, Windel gewechselt, gehüpft, geschaukelt, beruhigend auf das Baby eingeredet – aber irgendwie wollte nichts klappen und wir waren super frustriert. Der Kleine musste erstmal alle neuen Eindrücke von der Welt außerhalb des Mutterleibs verarbeiten. Irgendwann ist er dann vor Erschöpfung auf unserem Arm eingeschlafen und wir dann ebenfalls.
Im Krankenhaus wurde direkt die U2-Untersuchung gemacht. Da ich unbedingt dabei sein wollte, habe ich mich aus dem Bett gequält (mit den Schmerzen an der Narbe war es wirklich eine echte Quälerei) und habe voller Stolz das Bettchen mit unserem kleinen Schatz im Schneckentempo in Richtung Untersuchungszimmer geschoben.
Irgendwann kam uns die Schwester entgegen und meinte, dass sie mich begleiten würde und mein Mann ja schon einmal gerne mit dem Baby vorgehen kann. Das war ihre nette Art zu sagen „der Arzt wartet, du bist zu langsam“. Zum Glück war bei der U2 alles in bester Ordnung. Mein Mann musste erstmal vor dem Kinderarzt seine Windelwechsel-Künste unter Beweis stellen, da diese natürlich mitten in der Untersuchung mit einem dicken Pups gefüllt wurde.
Am dritten Tag kam auch eine Fotografin vorbei, die direkt im Zimmer Neugeborenen-Shootings angeboten hat. Die Chance haben wir uns natürlich nicht entgehen lassen und es sind wirklich wunderschöne Aufnahmen von dem kleinen Mann entstanden. Das würde ich immer wieder so machen, so hatten wir nachher keinen Stress zu einem Fotografen fahren zu müssen. Allerdings würde ich beim nächsten Mal auch Fotos mit uns Eltern machen lassen – diese Fotos waren wirklich nur vom Baby, was im Nachhinein super schade ist.
Insgesamt haben wir uns mit der Betreuung im Krankenhaus doch recht sicher und gut aufgehoben gefühlt mit unserem Neugeborenen. Das zeigt, wie wichtig die Wahl der Klinik ist – schaut unbedingt, dass ihr euch dort wohlfühlt.
Willkommen Zuhause, kleiner Schatz
Nach drei Nächten neigte sich die Zeit im Krankenhaus dem Ende zu und wir durften nach Hause. Wir zwei, ohne Erfahrung mit Kindern, und dieser kleine Mensch, der erst seit ein paar Tagen auf der Welt ist und dessen Überleben vollständig von uns abhängig ist. Hilfe, waren wir aufgeregt. Im Krankenhaus wäre auf Knopfdruck jemand mit Erfahrung da gewesen, um uns zu helfen. Zuhause waren wir komplett auf uns allein gestellt.
Die Autofahrt hat der kleine Schatz verschlafen und zuhause haben wir erstmal auf dem Sofa gekuschelt. Sein eigenes Bett hat er in den ersten Tagen und Nächten komplett abgelehnt und wollte lieber auf oder neben uns schlafen – aber ehrlicherweise wollten wir ihn auch nicht fortlegen. Ständig hatte ich in der Nacht Angst, ob es ihm gut geht und habe ihn angestarrt, bis ich die sanfte auf- und ab-Bewegung der Brust gesehen habe und wusste, dass er noch atmet. Macht das eigentlich jeder?
Durch die Schmerzen rund um die Kaiserschnittnarbe hatte ich ein paar abenteuerliche Stillpositionen, wo er nicht auf mir sondern neben mir lag, damit nicht auf die Narbe gedrückt wird. Das Stillen hat auch alleine zuhause wirklich gut funktioniert, wofür ich sehr dankbar bin. Da hatte ich vorher schon große Sorge, dass dies nicht richtig funktionieren könnte, man weiß ja nie. Mein Wunsch war und ist es, bis zum Start der Beikost voll zu stillen – aber mal schauen, wie es eben läuft.
Wir mussten uns erstmal einspielen zuhause, den kleinen Mann kennenlernen und herausfinden, was ihm fehlt. Es lief nicht sofort rund, wir mussten lernen zu verstehen, was er uns mitteilen möchte – Hunger, Windel oder einfach nur der Wunsch nach Nähe?
Auch hatte er am Anfang sehr viele Bauchschmerzen und Probleme, die Luft rauszubekommen. Das Geschrei hat im Herzen weh getan und verzweifelt haben wir versucht, den Kleinen zu beruhigen. Tränen der Verzweiflung und Übermüdung, angefeuert durch das Hormonchaos in mir, waren zu Genüge vorhanden – und das ist auch vollkommen normal und okay. Da war es einfach wichtig, dass wir füreinander da waren, uns abgewechselt haben und ganz viel gemeinsam gekuschelt haben.
Meine Überlebenstipps für die erste Woche
Alles in allem würde ich euch, basierend auf meinen Erfahrungen als Erstlingsmama, für die erste Woche die folgenden Überlebenstipps mit auf den Weg geben:
- Bereitet euch vor: Besucht den Geburtsvorbereitungskurs, denn hier gibt es auch Informationen zum Stillen und zur ersten Zeit mit Baby – aber vergesst auch nicht die mentale Vorbereitung. Die erste Zeit wird hart, sprecht mit euren Partner vorher über eure Ängste und Sorgen und stärkt euch gegenseitig.
- Informiert euch, auch wenn es nicht geplant ist, über einen Kaiserschnitt und die ersten Tage danach: ich wusste grob, was mich erwartet, aber ich hatte keine Ahnung, wie eingeschränkt ich wirklich durch diese große Operation sein würde. Das hat mich ziemlich überfordert – körperlich und mental.
- Holt euch Hilfe: Seid nicht zu stolz, nach Hilfe zu fragen. Die Schwestern auf der Wochenbettstation sowie auch die Hebammen sehen jeden Tag neue Eltern und verurteilen euch nicht, wenn ihr etwas nicht wisst und um Hilfe bittet.
- Nutzt das Familienzimmer: Ganz ehrlich? Alleine hätte ich die ersten Nächte nicht geschafft und für den frisch gebackenen Papa ist es doch auch eine wunderschöne Erfahrung, die erste Zeit komplett mit Mama & Baby zu verbringen.
- Lasst euch bekochen: für großes Kochen ist nicht viel Zeit, daher haben wir bereits vor Geburt mit unserer Familie ausgemacht, dass wir in den ersten Tagen Zuhause von ihnen bekocht werden. Kein „Was Essen wir heute?“ und kein Stress um Einkaufen oder die Zeit am Herd.
- Wechselt euch ab: Eine Aufteilung der Aufgaben rund um Stillen und Windeln wechseln ist klar, aber wenn das kleine Wunder schreit und nicht beruhigt werden kann, wechselt euch ebenfalls ab. Es kommt der Moment, wo ihr mit den Nerven am Ende seid und eine Pause benötigt – wenn ihr dann an euren Partner abgeben könnt, ist das einfach unfassbar wertvoll.
- Erstausstattung: Und natürlich benötigt ihr die entsprechende Baby Erstausstattung. Schaut hier gerne in meinem Beitrag dazu vorbei: Baby Erstausstattung: Checkliste & Must Have’s
Wie waren eure Erfahrungen in der ersten Woche mit Baby? Habt ihr Fragen zu unserer ersten Zeit mit dem Neugeborenen? Schreibt es gerne in die Kommentare oder schreibt mir eine Nachricht auf Instagram an @howtomom.de.
Eure Mel
Schaut auch gerne in ein paar andere Beiträge rein:


Schreibe einen Kommentar